| Tipps und Tricks zu Photomatix Pro 4.0 |
Tonemapping mit Photomatix 4 Pro
von Markus Bauer
Tonemapping ist das Herz der HDR-Technologie, hier werden Ihre HDR-Bilder zu dem, was sie auszeichnet: Bilder mit AHA-Effekt. Der folgende Einblick in die Mechanik der Bildbeeinflussung bei Photomatix 4 Pro hilft dabei, den richtigen Regler für den beabsichtigten Effekt zu finden. Denn hier ist Vorsicht geboten: Manche Regler haben bei HDR-Programmen zwar die gleiche Bezeichnung wie bei Standard-Bildbearbeitungen, ihre Funktion unterscheidet sich aber in der Praxis gewaltig!
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Gute HDR-Bilder brauchen gute Belichtungsreihen
von Markus Bauer, Reinhard Wagner
Ein gutes Foto macht nicht die Kamera, sondern der Fotograf. Etwas abgewandelt gilt das auch für die HDR-Fotografie: Man braucht zwar eine gute HDR-Software, aber das Ergebnis wird nur so gut sein wie das Ausgangsmaterial, also die Belichtungsreihe. Wer die nachfolgenden Tipps beherzigt, kann sich bei der HDR-Erzeugung und dem Tone-Mapping ganz dem kreativen Prozess widmen und muss sich nicht um die Beseitigung oder Vertuschung von Fehlern kümmern.
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Flexibler geht's nicht: Photomatix arbeitet auch als Plug-in
von Markus Bauer
Sie suchen ein Tool, das sich perfekt in Ihren Workflow einbindet? Dann sind Sie bei Photomatix Pro 4 richtig. Photomatix Pro 4 klinkt sich als Export-Plugin in Adobe Photoshop ein.
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Markieren Sie einfach die Dateien, die Sie zu Ihrem HDR-Bild montieren wollen.
Nach einem Rechtsklick auf eines der Bilder klicken Sie auf Exportieren, dann auf Photomatix Pro.
Es öffnet sich ein Photomatix-Import-Fenster, in dem Sie alle Einstellungen vornehmen können, die Sie auch in der Stand-alone-Version von Photomatix tätigen. Setzen Sie unbedingt einen Haken bei automatisch in die Lightroom Bibliothek re-importieren, dann wird ihr HDR-Bild nach dem Tonemapping automatisch wieder in Lightroom importiert.
Nach einem Klick auf Exportieren öffnet sich Photomatix Pro mit der Tonemapping-Funktion, ab jetzt arbeiten Sie wie in der Standalone-Version.
Voila: Ihr fertiges HDR-Bild ist in der Lightroom-Datenbank eingebunden - einfacher geht's nicht.
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Belichten, aber richtig
von Mathias Büst
Die Grundlage für ein optimales HDR-Bild ist eine Belichtungsreihe, doch auch die einzelnen Bilder sollten stets, dem jeweiligen Motiv entsprechend, optimal belichtet sein. Dank moderner Technik besitzt Ihre Kamera unterschiedliche Messverfahren zum Bestimmen der richtigen Belichtung, jedoch ist diese nicht unfehlbar. Um an geeigneter Stelle Hand anlegen zu können, sollten Sie wissen, wie Ihre Kamera arbeitet.
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Die heutigen Digitalkameras berechnen die Belichtung durch das verwendete Objektiv, eine sogenannte TTL-Messung (Through The Lens). Die häufigsten TTL-Messverfahren sind die Integralmessung, die Matrixmessung sowie die Spotmessung.
Integralmessung
Über mehrere Messpunkte, die gleichmäßig über den Bildbereich verteilt sind, wird bei der Integralmessung die optimale Belichtung errechnet.
Eine Erweiterung dieser Messmethode ist die mittenbetonte Integralmessung. Diese Berechnung erfolgt in gleicher Weise, jedoch werden die Messpunkte im mittleren Bildbereich stärker gewichtet. Für die meisten Situationen sind Sie mit der mittenbetonten Integralmessung gut bedient, da die anvisierten Objekte stets korrekt belichtet werden, auch wenn diese sich vor sehr hellen oder dunklen Hintergründen befinden.
Matrixmessung
Die Matrixmessung oder Mehrfeldmessung ist wiederum eine Erweiterung der Integralmessung.
Im Bild die Zonen der Mehrfeldmessung im Vergleich: links Canon EOS 400D, rechts Canon EOS 1D Mark II. Der Bildbereich wird in Zonen aufgeteilt, und je nach Lage im Bildbereich werden diese bei der Berechnung unterschiedlich stark gewichtet. Zusätzlich zu den Helligkeitswerten berücksichtigen heutige Digitalkameras bei der Berechnung die Farbverteilung, die Objektentfernung und die Brennweite des Objektivs.
Die gemessenen Werte werden mit bereits in der Kamera gespeicherten Situationen verglichen, und die Belichtung wird an die erkannte Motivsituation angepasst. Auf diese Art und Weise deckt die Kamera eine Vielzahl von Aufnahmesituationen ab.
Fotografen stehen dieser Messmethode eher skeptisch gegenüber, da aufgrund der komplexen Berechnungen mögliche Fehlberechnungen der Belichtung schwer nachzuvollziehen sind. Der Integralmessung ist diese Methode in punkto Zuverlässigkeit vorzuziehen.
Spotmessung
Die flexibelste und zugleich fehlerträchtigste Messmethode ist die Spotmessung. Da hier nur in einem sehr kleinen Bereich um den Mittelpunkt des Bildfelds gemessen wird, kann ein unüberlegtes „Zielen und Abdrücken" zu Fehlbelichtungen führen.
Selektivmessung bei der Canon EOS 400D. Der graue Kreis bestimmt den Messbereichrechts Canon EOS 1D Mark IIBei Kameras mit einem größeren Messbereich von bis zu 10 % des Bildfelds wird von einer Selektivmessung gesprochen. Der Umgang mit dieser Art der Belichtungsmessung erfordert etwas Übung, führt aber ebenfalls zu optimalen Belichtungen, wenn Sie bei Ihrem Motiv den Punkt mit dem mittleren Helligkeitswert treffen.
HDR-Tipps
Machen Sie sich vorher mit den von Ihrer Kamera angebotenen Messmethoden vertraut und fotografieren Sie Ihre Motive mit unterschiedlichen Messmethoden, um deren Stärken und Schwächen zu erkennen.
Später fehlt Ihnen eventuell die Zeit, und Sie müssen sich für eine Messmethode entscheiden. Ein einfaches Hilfsmittel zur optimalen Belichtung ist eine sogenannte Graukarte. Es handelt sich um einen beschichteten Karton, dessen Grauwert dem entspricht, auf den Ihr Belichtungsmesser geeicht ist.
Die Graukarte platzieren Sie innerhalb Ihres Motivs und messen auf ihr die Belichtung. Anschließend fotografieren Sie ohne Graukarte Ihr Motiv mit den vorher gemessenen Werten. Graukarten sind im Fachhandel für ca. 15 Euro erhältlich.
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Panorama-HDR mit Photomatix
von Mathias Büst
Panoramabilder zeichnen sich durch einen großen Betrachtungswinkel bis zu 360° aus. Diese speziellen Panoramen werden auch als Rundbilder bezeichnet. In der Regel werden Panoramen für die Darstellung von Architektur, Städten, Landschaft und Natur verwendet.
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Selbstverständlich sind auch Panoramabilder als HDR möglich, jedoch hängt der Arbeitsablauf von den Fähigkeiten Ihrer Panoramasoftware ab.
Vorbereitungen
Für das Panorama benötigen Sie von jedem einzelnen Panoramawinkel mehrere unterschiedliche Belichtungen, also jeweils eine Belichtungsreihe.
Bei der Aufnahme der einzelnen Panoramawinkel müssen Sie für eine ausreichende Überlappung unter den Bildern sorgen, damit Ihre Software die Bilder später auch zusammensetzen kann; dieses Verfahren nennt man „Stitching".
Wie auch schon bei den „normalen" Belichtungsreihen darf sich die Blende innerhalb des Panoramas nicht mehr ändern.
Zusätzlich sind für jeden einzelnen Panoramawinkel die gleichen Belichtungszeiten und der gleiche Fokus zu verwenden.
Verfügt Ihre Kamera über die AEBFunktion, wechseln Sie in den manuellen Modus (M), denn in der Blendenvorwahl (Av) werden für jedes Bild die Belichtungswerte neu berechnet.
Für einen festen Fokus stellen Sie am besten die Bildmitte Ihres geplanten Panoramas scharf und schalten den Autofokus ab. Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, machen Sie Ihre Aufnahmen in den gewählten Belichtungsstufen, z. B. -2, 0, +2 EV. Mit dem vorliegenden Bildmaterial geht es dann an die Arbeit. Je nach verwendeter Panoramasoftware stehen Ihnen nun unterschiedliche Wege zum Ziel zur Verfügung.
32-Bit-HDR-Stitching
Benutzen Sie Panoramasoftware, die 32-Bit-HDR-Stitching unterstützt, können Sie mit jeder Belichtungsreihe des jeweiligen Panoramawinkels in PHOTOMATIX 32-Bit-HDRs erzeugen und diese anschließend mit Ihrer Software zusammensetzen. Das erhaltene HDR-Panorama laden Sie dann in PHOTOMATIX und wenden das Tone Mapping an.
Softwarealternativen
Unterstützt Ihre Panoramasoftware dass o. g. Verfahren nicht, stehen Ihnen zwei weitere Alternativen zur Verfügung:
- erst Panorama, dann PHOTOMATIX
- erst PHOTOMATIX, dann Panorama
Die erste Alternative beinhaltet allerdings eine Einschränkung in der Panoramasoftware: Alle unterschiedlich belichteten Panoramen müssen auf identische Weise zusammengesetzt sein, damit sich diese Bilder in den Abmessungen gleichen und exakt übereinander legen lassen.
Bei der zweiten Alternative wird jede Belichtungsreihe vom jeweiligen Panoramawinkel einzeln in PHOTOMATIX zu einem HDR-Bild mit Tone Mapping verarbeitet, und hinterher wird das Panorama zusammengefügt. Es kann beim Stitchen zu Problemen kommen, denn die Kontrastverstärkung durch das Tone Mapping bezieht sich immer nur auf den jeweiligen Bildausschnitt und kann somit zu unterschiedlichen Tonwerten bei den Bildern führen.
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Das menschliche Auge: The Eye is the Limit!
von Markus Bauer, Reinhard Wagner
Das Auge ist ein technisches Wunderwerk, einzigartig und nicht zu ersetzen. Wir schreiben viel über Bildretusche, HDR-Effekte, Tiefen, Lichter und Unmengen an Filtern, Plugins und Actions. Jeder weiß also - oder sollte wissen - wie gute Bilder gemacht werden. Aber wie nehmen wir eigentlich Bilder wahr?
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Wie erkennen wir, ob ein Bild unter- oder überbelichtet ist, ob es einen Farbstich hat oder unscharf ist? Und warum ist das Licht in dem wir ein Bild betrachten so wichtig?
Die Blende
Auch beim menschlichen Auge muss das Licht durch eine Art Blende. Die Pupille. Sie ist Teil des fünfstufigen Helligkeitsregler, der es dem Auge ermöglicht, mit dem Kontrastumfang der Natur von 1:1011 zurechtzukommen. Die Pupille kann ihren Durchmesser zwischen 1 und 8 mm variieren, benötigt dazu zwischen 0,3 und 0,8 Sekunden und kann damit 5 Blendenstufen abblenden.
Der Sensor
Vergleichbar mit dem Sensor ist die nächste Stufe im Auge: Rezeptoren, Stäbchen und Zapfen. Wie auch der Sensor in der Digitalkamera besitzt der Mensch drei verschiedene Zapfen, die in unterschiedlichen Frequenzbereichen des Lichts empfindlich sind. Sobald es zu dunkel wird, verlieren die Zapfen ihre Funktion - daher übrigens der Name „Zapfenstreich", und die Stäbchen treten in Funktion. Diese haben eine andere Empfindlichkeit als die Zapfen und produzieren eine Art blaugrünen Farbstich. Dessen Auswirkungen sehen Sie jede Nacht: Mondlicht erscheint uns kalt, obwohl es eigentlich Sonnenlicht ist.
Das Belichtungslabor
Um extrem helle Situationen zu meistern, bedient sich das Auge zweier Tricks, einerseits einer fotochemischen Regulierung der Neubildung des Sehfarbstoffs und andererseits eines regelbaren Widerstands in der Signalleitung. Der Sehfarbstoff zerfällt bei Lichteinfall, und die Zerfallsprodukte lösen einen Reiz aus. Damit nicht irgendwann der Sehfarbstoff aufgebraucht ist, wird er kontinuierlich neu gebildet: Je stärker der Lichteinfall ist, desto geringer wird die Farbstoffkonzentration. Das Auge legt also selbsttätig gewissermaßen einen Film mit passender Empfindlichkeit ein. Das dauert allerdings etwas, höhere Empfindlichkeiten etwa bis zu 40 Minuten. Umgekehrt ist die Adaption auf helles Licht in wenigen Sekunden erledigt.
Tiefen/Lichter
Damit es dem Auge und damit uns nicht zu hell wird, beispielsweise bei Lichtblitzen hat das Auge noch den einstellbaren Signalwiderstand. Wenn die Reizstärke an der Sehzelle den gerade eingestellten Bereich kurzfristig überschreitet, etwa durch einen Elektronenblitz, wird innerhalb von maximal 5 Hundertstelsekunden der Pegel am Ausgang der Nervenzelle stark begrenzt. Nach Ende des Helligkeitsereignisses kann es dann über eine Sekunde dauern, um den Pegel wieder auf den vorherigen Wert hochzufahren. In dieser Zeit ist das Auge auf den hellen Pegel des Blitzes eingestellt und geblendet. Über diese Begrenzung der Verstärkung wird der Hauptteil der Adaption des Auges durchgeführt, denn nur damit ist das Auge schnell genug, die großen Kontraste einer Szene wahrzunehmen. Das Auge kann über diese elektrische Lösung in 0,2 Sekunden 5 Blenden ausgleichen.
Der schnellste Objektivdeckel der Welt
Wenn es noch heller wird, gibt es eine fünfte Möglichkeit: den Lidschlussreflex, quasi ein vor-schaltbarer Graufilter. Damit kann einerseits der langsame Pupillenreflex vorübergehend ersetzt und andererseits die Lichtmenge selbst bei geschlossener Pupille durch eine vorgesetzte Schlitzblende verringert werden.
Sie sehen also, das menschliche Auge ist wertvoll es ist ein Meisterwerk der Natur. Lassen Sie nur Profis an Ihre Augen: Silkypix für perfekte Farben, Photomatix für atemberaubende HDR-Effekte und Photozoom, wenn es um Vergrößerungen geht.
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HDR Motivauswahl
von Reinhard Wagner
HDR-Bilder sind, soweit sie nicht als Rohmaterial für CGIs dienen, in erster Linie immer noch Bilder und sollten als solche auch nach den Regeln der Bildgestaltung gemacht werden. Ein schlechtes Bild wird nicht dadurch besser, dass man ein HDR daraus macht. Es wird oft genug nur bunter.
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"Wenn dein Bild nicht gut genug ist, warst du nicht nah genug dran." Dieser Spruch von Robert Capa ist von Millionen Fotografen seitdem missverstanden worden, die nun mit langem Zoom durch die Gegend stiefeln oder den bedauernswerten Opfern die Weitwinkelboliden vor die Nase halten. Capa war Leica-Fotograf und verwendete keine Zooms - sie waren noch nicht erfunden. Für die Leica gab es gerade ein halbes Dutzend Objektive mit teils zweifelhaftem Nutzwert - entweder kratzempfindlich wie das Summar 50 mm, das die Ursache für die noch heute grassierende "Unsitte" der Schutzfilter ist, oder bei den damaligen Filmempfindlichkeiten (üblich waren ISO 25) absurd lichtschwache Telebrennweiten wie das 6,3/105 Berg-Elmar.
Er fotografierte mit Normalbrennweiten und war mitten im Geschehen - anders als andere Kriegsberichterstatter, die weit hinten aus der Deckung knipsten und deshalb nur die üblichen Suchbilder - der Punkt da links hinten, das ist der angreifende Panzer - zustande brachten. Capa hatte mit seiner Technik lange Glück - bis 1954. Viele Kriegsberichterstatter sind ihm mittlerweile auf die eine oder andere Weise gefolgt.
Sein Spruch wird mittlerweile anders interpretiert: Beschäftige dich mit deinem Motiv , sei Teil davon, verstehe es, beziehe Position zu deinem Motiv. Auch das hat Capa getan. Und das ist sicher eine gute Interpretation. Bilder können jedoch nicht nur politisch relevant, sie können auch von dokumentarischem Wert sein. Sie können Werbezwecken dienen - oder auch einfach nur schön sein. Es ist Ihre Entscheidung, welches Bild Sie heute machen wollen. Machen Sie es aber bewusst..
Weite Winkel
Ultraweitwinkel haben einen Bildwinkel weit jenseits der 100°. Die erste Regel bei derlei Objektiven: Passen Sie auf Ihre Schuhspitzen auf. Die zweite Regel: Stellen Sie keine Personen in die Bildecken. Das 7-14 ist extrem verzerrungsfrei, was Tonnen- oder Kissenverzerrung betrifft. Es ist jedoch nicht flächentreu, sprich, die Projektion der gebogenen Wirklichkeit stellt zwar die Linien korrekt dar, verzerrt aber die Flächen an den Rändern.
Die Ursache liegt darin, dass Sie bei solchen Bildwinkeln mit den Tücken der Zentralperspektive zu kämpfen haben. Ein 14-mm-KBObjektiv hat einen horizontalen Bildwinkel von 102°. Um bei 102° eine Gruppe von 20 Menschen, die in zwei Reihen von etwa 6 Metern Breite stehen, formatfüllend aufs Bild zu bekommen, müssen Sie gut 2 Meter von der Gruppe entfernt stehen.
Das bedeutet, die Person direkt vor der Kamera ist 2 Meter entfernt, die Person am Ende der Reihe 3,5 Meter. Die Person am Rand erscheint also aufgrund der perspektivischen Verkürzung wesentlich kleiner. Bei einem Fisheye würde diese Person auch so abgebildet werden. Bei einem korrigierten Ultraweitwinkel wird diese Person wieder "aufgeblasen", sodass die Gruppe nicht, wie sie es eigentlich müsste, links und rechts vom Mittelpunkt deutlich kleiner wird, sondern alle gleich groß bleiben.
Das geht aber auf Kosten der Breite, denn das Objektiv kann nicht einfach alle in die Länge ziehen, das würde den Personen am Rand des Bildes zu einer abrupten Abmagerungskur verhelfen. Stattdessen vergrößert es die gesamte Abbildung am Rand.
Nachdem Sie aber die Person am Rand nicht von vorne sehen, sondern in einem Winkel von etwa 45°, also schon fast von der Seite, können Sie sich vorstellen, was passiert, wenn diese Person in die Breite gezogen wird. Der Effekt beginnt bereits bei einer Brennweite von etwa 28 mm, sichtbar zu werden, ab einer Brennweite von 22 mm sollte man keine Gruppenbilder mehr machen.

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Achten Sie also darauf, dass Sie bei weiten Winkeln an den Bildrändern keine Personen oder andere Gegenstände platzieren, bei denen eine Verzerrung lächerlich wirken würde.
- Ultraweitwinkelobjektive verführen dazu, mit dem Effekt zu spielen. Das "Aaaah!" durch die verzerrte Wirklichkeit nutzt sich aber sehr schnell ab. Ultraweitwinkel muss man sich erarbeiten.
Im Bild links ist ein Teil der Stralsunder Marienkirche abgebildet, mit 22 mm Äquivalenzbrennweite senkrecht nach oben fotografiert. Das HDR besteht aus drei Bildern, die mit dem Details Enhancer gemappt wurden.
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